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Vom 17. Mai bis 29. Mai 2011 fand in der Castle Gallery in Seoul die Ausstellung Mosel! Wine & Art statt. Die Ausstellung war zugleich als Forum für europäische und koreanische Künstler zum gedanklichen Austausch konzipiert. Von deutscher Seite nahm Mana Binz mit ihrer Trilogie „World Wine Winning“ teil.


Mana Binz: „Der intellektuelle Austausch zwischen den koreanischen Künstlern und mir selbst war erfrischend, unkompliziert und wurde durch die sprichwörtliche koreanische Gastfreundschaft verstärkt.

Korea und Deutschland verbindet die ein ähnlicher geschichtlicher Hintergrund: In Deutschland sind die Mauern zwischen Ost und West gefallen. Doch Korea ist durch die politische Teilung in Süd- und Nordkorea immer noch voneinander getrennt. Durch die extrem unterschiedliche Entwicklung beider Landesteile scheint eine Wiedervereinigung noch weiter voneinander entfernt, als dies in Deutschland damals der Fall war. Ich habe so sehr gespürt, was Bewegungsfreiheit für den Menschen bedeutet und mich so intensiv daran erinnert, wie ich als junge Referendarin in Westberlin im Bezirk Kreutzberg immer mal wieder mit meinem Auto vor irgendwelchen Mauern stand, die sinnlos die Wegführung der Strassen beendeten. Das waren einschneidende Momente. Die Beschneidung menschlicher Freiheit wird im geteilten Korea ebenfalls an der Beschneidung der Bewegungsfreiheit an deutlichsten. Wie muss sich der Lokomotivführer gefühlt haben, der vor vielen Jahren versucht hat die Grenze mit seiner Lokomotive zu durchbrechen? Seine Gleise waren vergleichbar meinen unterbrochenen sinnlosen Straßen. Er überlebte die Beschießung, doch die Lok blieb im freien Feld liegen. Hier lag sie Jahrzehnte und rostete vor sich hin. Inzwischen wurde der große Symbolwert dieser verrosteten Lokomotive mit ihren Einschüssen erkannt: Der Mensch will sich frei bewegen, er will sich nicht durch Stacheldraht und Mauern aufhalten lassen, selbst wenn er riskiert sein Leben zu verlieren und dies gilt weltweit.



Ich bin mal als Studentin mit einer defekten Lichtmaschine  auf der Interzonen-Strecke nach Westberlin liegen geblieben. Es war Winter, sehr kalt. Es war unheimlich. Ich hörte Schüsse und ich hatte Angst. Es dauerte lange bis die Volkspolizisten auftauchten und noch mal sehr lange, bis mein Auto für unsagbar viel Geld abgeschleppt wurde. Danach war ich pleite, musste sehen, wie ich in Berlin klar kam und ich war um ein Erlebnis reicher….“
Auf Schriftbändern und Fahnen drücken die Menschen an der Grenze ihre Wünsche nach Vereinigung aus und senden Grußbotschaften zwischen dem Süden und dem Norden ihres Landes Korea. Was für ein schwerer Weg liegt vor diesem Land! Viel schwerer als die deutsche Wiedervereinigung war. Ein bewegender Moment für Mana Binz:



„Ich konnte meine Tränen nicht zurück halten. Selbst jetzt in der Erinnerung ist das Gefühl noch heftig. Das dreifache w im Titel der Bildkomposition gewinnt für mich eine zusätzliche Bedeutung: Wasser und Wind machen vor Grenzen nicht halt. Wo Wünsche intensiv sind, da öffnen sich neue, jetzt noch unbekannte Wege. Warum darf man da nicht auch mal weinen? Seltsam viele Wörter mit dem Anfangsbuchstaben W wie ja auch Wein und Waffen mit W beginnen und auch alle W’s von Fragen nach weshalb, wozu, wie lange, wofür warum, wieso...“

Die Begegnung zwischen Menschen, die Auseinandersetzung mit einer fremden Kultur und solche emotionale Momente sind die Impulse zur künstlerischen Auseinandersetzung.

Im Fluggepäck von Mana Binz hierzu: Typische koreanische Pinsel und das weltberühmte handgeschöpfte Reispapier Han Ji – beides gekauft in diesem Geschäft (Foto) für Künstlerbedarf.


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