Startseitenewsbloggalerieadd-onsprojektebiographiefilme und presseberichtepressedownload

projekte:

CUSANUS 1453 - DE PACE FIDEI

rituelles essen - leben im fluss

artecelli

welten im wein

koffer auf reisen

virtuelle kunstaktion "mein koffer"

installation "der besondere geburtstag"

installation "der kauf"

rituelles essen - leben im fluss:

1. Bilderfolge: Das Reinigungsritual

2. Bilderfolge: Die drei Flusstafeln

3. Bilderfolge: Die drei Schiefertafeln

4. Bilderfolge: Die Feuertische

5. Bilderf.: Muscheln wie indische Hochzeitshände

6. Bilderfolge: Die Tafelinstallationen

7: Bilderfolge: Das Feuerwerk

8.Bilderfolge: Jagdhörner zum Auftakt

Erinnerungsrezepturen und Geschmacksmemorate

Der Raum der Stille

Spiegelungen....

Allgemein:

Startseite

Interessante Links

Kunstband

Kontakt

Impressum

Sitemap








Mana Binz bei Facebook:
>>artmana
>>managlass
>>Glass.multi




Ein Raum für Ritus und Rituale - der Raum der Stille

Impression aus der Entstehungsgeschichte der Genusskunstaktion und Tafelinszenierung von Mana Binz

RITUELLES ESSEN - LEBEN IM FLUSS


Im Paulushof in Lieser konnte ich einen Raum der Stille erschaffen, einen Raum für persönliche Verlangsamung, Entschleunigung, Bewusstwerdung und für rituelle Anlässe. Hier darf der Tisch zum Fluss werden mit Motiven von Fischen, Wasser, von Wasserzeichen und -wirbeln, von Wolkengebilden, Luft und Feuer. Im Mittelpunkt der Ess-Zeremonie steht die Bedeutung des Wassers, worauf die großen auf dem Tisch platzierten Wasserschalen hinweisen. Wasser wird genutzt bei Reinigungsritualen, bei der Taufe, bei Segnungs- und Weihehandlungen. Christus selbst wusch vor dem Letzten Abendmahl seinen Jüngern die Füße. Die rituelle Waschung der Hände vor und während des Essens ist Teil des Rituals und schafft kulturelle Gemeinschaft für diesen Anlass. Das Ritual rund um Essen und Trinken, die Ursprache von Brot, Wasser und Wein emotionalisieren und verdeutlichen Elementares: Leben im Überfluss und der Wert des Lebens im Fluss der Zeit. Diese Grundelemente menschlichen Daseins werden bei dieser „Genusskunstaktion“ durch ritualisierte Esskultur wieder erfahrbar.

Seit Alters her symbolisieren Flüsse und Ströme den Strom der Zeit, in den das menschliche Leben unweigerlich eingebettet ist. Das Leben an der Mosel, einer jahrtausendealten Wein-Kulturlandschaft erweist sich als begnadet, denn hier sind Wasser und Wein reichlich vorhanden. Ein Leben im Fluss. Auch im Fluss von Vergänglichkeit und Veränderung, im Fluss der Zeit, im Fluss des lebenserhaltenden Wassers, denn nur durch Wasser können sich die menschlichen Zellen erneuern und gesund erhalten. Vom Überfluss verwöhnt, scheinen uns Themen wie die Verknappung des Wassers, dessen Kostbarkeit und die Menschen, die den Kampf um das Wasser täglich führen müssen, weit entfernt. Ich denke an meine Weltwasserpumpe aus 1965. Immer noch aktuell. Sind wir dankbar und bereit, der anderen Hälfte der Menschheit, die in wasserarmen Gegenden geboren wurden, die Hand zu reichen und sie zu unterstützen im täglichen Kampf ums Überleben, sie am Überfluss teilhaben zu lassen, nach wahrer Empathie zu streben?

Das rituelle Essen – Leben im Fluss ist eine Kombination der Essenskultur Mitteleuropas à la française, die sich im 18. Jahrhundert im europäischen Adel mit fester Dinnerfolge entwickelte und der Essenskultur à la russe, wonach die einzelnen Gänge portioniert auf Tellern serviert werden. Diesen Übergang hat die Top-Gastronomie vollzogen, ohne dies zu thematisieren.

Wasser, Wein und Brot sind ein Zitat des Letzten Abendmahls Jesu. Die Speisefolge der klassischen drei Gänge (Vorspeise, Hauptgericht, Dessert) ist christlichen Ursprungs und erinnert an die Dreifaltigkeit. Dieses Prinzip findet sich auch auf dem Teller wieder, wenn z.B. Fleisch mit zwei Beilagen serviert wird. Daher wird das rituelle Essen auch den Übergang der Esskulturen aufgreifen: Essen im Dreiklang à la française in den Dreiklang à la russe unter Beibehaltung der klassischen Speisefolge eines Menüs. Die Tafelinszenierung schlägt die Brücke zu anderen Kulturen, integriert wieder das Reinigungsritual und interpretiert Geschmacksmemorate neu, ich nenne das: Erinnerungsrezepturen.

In der klassischen Speisefolge isst man sich durch die Schöpfungsgeschichte Wasser/Suppe/Fische, Grünes/Salat/Gemüse, Flugtiere/Vögel/Hühner, Landtiere/Rind/Wild, Schöpfungen des Menschen wie Käse/Gebäckkreationen/Süßspeisen.


Mana Binz